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EMS Field Observer

Prozesse im Rettungsdienst sichtbar machen und gezielt verbessern

Der EMS Field Observer ist eine praxisnahe Fortbildung für Rettungsdienst, Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Einsatzeinheiten und Organisationen im Bevölkerungsschutz. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Abläufe, Schnittstellen, Routinen und Verbesserungspotenziale im Einsatzalltag systematisch beobachtet, dokumentiert und in konkrete Optimierungsmaßnahmen übersetzt werden können.

Viele Probleme im Rettungsdienst entstehen nicht, weil Mitarbeitende schlecht arbeiten, sondern weil Prozesse unklar, Wege unnötig kompliziert, Materialien ungünstig platziert oder Informationen nicht sauber weitergegeben werden. Genau hier setzt der EMS Field Observer an: Teilnehmende lernen, den Arbeitsalltag auf Rettungswachen, in Einsatzfahrzeugen, an Schnittstellen zur Leitstelle, Notaufnahme oder Feuerwehr sowie in Ausbildungssituationen bewusst zu beobachten und Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen.

Die Fortbildung verbindet Methoden aus Kaizen, kontinuierlicher Verbesserung, Prozessbeobachtung und Qualitätsmanagement mit den besonderen Anforderungen des Rettungsdienstes. Ziel ist es, nicht nur über Verbesserungen zu sprechen, sondern sie dort zu erkennen, wo Arbeit tatsächlich stattfindet: im Dienstalltag, auf der Wache, im Einsatzumfeld und an den relevanten Schnittstellen.

Termine (Präsenz online über Zoom):

  • Kurs 1-2026: 29. und 30. Januar 2026 (Abgeschlossen)
  • Kurs 2-2026: 04. und 05. März 2026 (Abgeschlossen)
  • Kurs 3-2026: 23. und 24. Juni 2026 (Durchführungsgarantie)
  • Kurs 4-2026: 07. und 08. September 2026

Kosten

  • 345,00 € pro Person
Dozent: 
  • Prof. Dr. rer. pol. Daniel Heine

Netzwerktag 2026

Datum: 15. September 2026
Preis: 14,95 € (Schutzgebühr)

Was ist ein EMS Field Observer?

Ein EMS Field Observer beobachtet Arbeitsabläufe im Rettungsdienst und angrenzenden Bereichen strukturiert, wertfrei und lösungsorientiert. Dabei geht es nicht um Kontrolle einzelner Mitarbeitender, sondern um das Erkennen von Mustern, Hindernissen und Verbesserungschancen im System.

Field Observer achten zum Beispiel auf:

Arbeitsabläufe auf der Rettungswache, Materialwege, Fahrzeugchecks, Übergaben, Kommunikation im Team, Schnittstellen zur Leitstelle oder Notaufnahme, wiederkehrende Störungen, unnötige Suchzeiten, Medienbrüche, Wartezeiten, Doppelarbeiten und Möglichkeiten zur Entlastung von Mitarbeitenden.

Damit werden EMS Field Observer zu wichtigen Impulsgebern für Qualitätsmanagement, Organisationsentwicklung und kontinuierliche Verbesserung im Rettungsdienst.

Für wen ist die Fortbildung geeignet?

Die Fortbildung richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die Prozesse im Rettungsdienst, in Hilfsorganisationen oder im Bevölkerungsschutz besser verstehen und gezielt verbessern möchten.

Besonders geeignet ist der Kurs für:

Rettungswachenleitungen, Praxisanleitende, Qualitätsmanagementbeauftragte, Mitarbeitende in Stabs- und Projektfunktionen, Führungskräfte im Rettungsdienst, Mitarbeitende aus Feuerwehr und Bevölkerungsschutz, Ausbildungsverantwortliche sowie Personen, die Kaizen oder kontinuierliche Verbesserung praktisch in ihrer Organisation verankern möchten.

Vorkenntnisse in Kaizen oder Prozessmanagement sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Entscheidend ist die Bereitschaft, den Arbeitsalltag aufmerksam zu beobachten, Fragen zu stellen und Verbesserungen praxisnah zu denken.

Das passende Fachbuch zum Kurs

Kaizen im Rettungsdienst

Schritt für Schritt besser werden, Teams stärken, Zukunft gestalten

  • Bietet Praxisnahe Kaizen-Tools für den Rettungsdienst – sofort umsetzbar im Arbeitsalltag
  • Zeigt, wie mehr Effizienz und Qualität durch Mitarbeitereinbindung und kontinuierliche Verbesserung erreicht werden
  • Fördert eine gelebte Verbesserungskultur durch einfache, teamorientierte Methoden

Inhalte der Fortbildung EMS Field Observer

Die Teilnehmenden erhalten ein klares methodisches Vorgehen, um Beobachtungen im Feld professionell durchzuführen. Dazu gehören unter anderem:

Grundlagen der strukturierten Beobachtung im Rettungsdienst, Rolle und Haltung des EMS Field Observers, wertfreie Dokumentation von Beobachtungen, Erkennen von Verschwendung und Prozesshindernissen, Anwendung von Kaizen-Prinzipien im Rettungsdienst, Beobachtung von Schnittstellen und Übergaben, Ableitung konkreter Verbesserungsmaßnahmen, Kommunikation von Beobachtungsergebnissen sowie der Transfer in Qualitätsmanagement, Ausbildung und Führung.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Anwendung. Die Teilnehmenden lernen, wie sie aus einzelnen Beobachtungen belastbare Hinweise für Verbesserungen ableiten, ohne Mitarbeitende bloßzustellen oder Kontrolle zu vermitteln.

Nutzen für Organisationen

Organisationen profitieren von EMS Field Observern, weil Verbesserungen nicht nur am Schreibtisch geplant, sondern direkt aus dem Arbeitsalltag heraus entwickelt werden. Dadurch entstehen realistische, akzeptierte und wirksame Maßnahmen.

Mögliche Effekte sind:

  • bessere Abläufe auf Rettungswachen,
  • weniger Such- und Wartezeiten,
  • klarere Schnittstellen,
  • strukturiertere Übergaben,
  • höhere Prozessqualität,
  • stärkere Beteiligung von Mitarbeitenden,
  • mehr Transparenz im Alltag,
  • bessere Grundlagen für Qualitätsmanagement und
  • eine nachhaltige Verbesserungskultur.

Der EMS Field Observer unterstützt damit nicht nur einzelne Projekte, sondern kann Teil einer langfristigen Strategie zur Organisationsentwicklung im Rettungsdienst werden.

Warum EMS Field Observer?

Im Rettungsdienst gibt es viele Situationen, in denen kleine Hindernisse große Wirkung entfalten können. Fehlende Materialien, unklare Zuständigkeiten, lange Informationswege oder schlecht abgestimmte Prozesse kosten Zeit, Energie und manchmal auch Qualität. Häufig werden diese Probleme zwar im Alltag wahrgenommen, aber nicht systematisch erfasst.

Die Fortbildung EMS Field Observer schafft dafür eine professionelle Grundlage. Sie hilft, Beobachtungen zu strukturieren, Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen und daraus konkrete Schritte abzuleiten.

Damit eignet sich der Kurs besonders für Organisationen, die Qualität, Führung, Ausbildung und kontinuierliche Verbesserung stärker miteinander verbinden möchten.

Ergebnis der Fortbildung

Nach Abschluss der Fortbildung können die Teilnehmenden Beobachtungen im Rettungsdienstalltag strukturiert planen, durchführen, dokumentieren und auswerten. Sie sind in der Lage, Verbesserungsansätze zu erkennen, diese verständlich aufzubereiten und in ihre Organisation einzubringen.

Der EMS Field Observer wird damit zu einer praxisnahen Rolle an der Schnittstelle von Einsatzdienst, Qualitätsmanagement, Ausbildung und Führung.

Häufige Fragen zum EMS Field Observer - FAQ

Was macht ein EMS Field Observer?

Ein EMS Field Observer beobachtet Arbeitsabläufe im Rettungsdienst und angrenzenden Bereichen strukturiert und wertfrei. Ziel ist es, Verbesserungspotenziale in Prozessen, Kommunikation, Schnittstellen und Arbeitsorganisation sichtbar zu machen.

Ist der EMS Field Observer eine Kontrollfunktion?

Nein. Der EMS Field Observer kontrolliert keine einzelnen Mitarbeitenden. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung von Abläufen und Rahmenbedingungen. Die Beobachtung erfolgt systematisch, respektvoll und lösungsorientiert.

Für welche Organisationen ist die Fortbildung geeignet?

Die Fortbildung eignet sich für Rettungsdienste, Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Einsatzeinheiten, Bildungseinrichtungen im Rettungsdienst und Organisationen im Bevölkerungsschutz.

Welche Themen werden im Kurs behandelt?

Behandelt werden unter anderem strukturierte Beobachtung, Kaizen im Rettungsdienst, Prozessanalyse, Schnittstellenbetrachtung, Dokumentation von Beobachtungen und die Ableitung konkreter Verbesserungsmaßnahmen.

Braucht man Vorkenntnisse in Kaizen?

Nein. Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht erforderlich. Die relevanten Grundlagen werden im Kurs praxisnah vermittelt.

Dozent

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Prof. Dr. rer. pol. Daniel Heine

Experte für Führungskräfte- und Organisationsentwicklung sowie Personalmarketing im Rettungsdienst. Verfügt über 10 Jahre Praxiserfahrung im Rettungsdienst. Ehemaliger DRK-Kreisgeschäftsführer. Seit 17 Jahren Hochschuldozent rund um das Management im Gesundheitswesen.

Daniel berät Rettungsdienste in den Bereichen Organisationsentwicklung, Change Management und Personalmarketing. Zudem coacht und begleitet er Führungskräfte im Rettungsdienst, um sie in ihrer Rolle zu stärken und weiterzuentwickeln.

Autor der Fachbücher:

  • Employer Branding und Personalmarketing im Rettungsdienst. Erfolgreich Mitarbeiter binden, gewinnen und motivieren.
  • Leadership und Management im Rettungsdienst. Menschen führen, Strukturen schaffen, Zukunft gestalten
  • Kaizen im Rettungsdienst. Schritt für Schritt verbessern, Teams stärken, Zukunft gestalten

Beispiele Field Observations / Änderungen (Fallbearbeitungen von Teilnehmenden)

  1. Kommunikation und Schnittstellen
  • Schnittstellenprobleme bei Polytraumata: Fehlende SOPs und unklare Entscheidungsverantwortung zwischen Rettungsdienst, Leitstelle und Klinik.
  • Übergabeprozesse in der Notaufnahme: Beobachtung von Informationsverlusten und fehlender Standardisierung.
  • Optimierung der Leitstellenkommunikation: Analyse von Rückfrageschleifen und Verfügbarkeit von Krankenhauskapazitäten.
  • Informationsweitergabe im Rettungsdienst: Sicherstellung, dass relevante Informationen tatsächlich alle Beteiligten erreichen, nicht nur per E-Mail, die nicht jeder liest, sondern über funktionierende Informationskanäle oder standardisierte Kommunikationswege. Ziel Dopplungen und dadurch Mehraufwand und Fehlerquellen vermeiden, Informationsweitergabe sicherstellen.
  • Optimierung der Leitstellenkommunikation & Arbeitsplatzorganisation: Analyse von Rückfrageschleifen und Verfügbarkeit von Krankenhauskapazitäten sowie die Beseitigung von Informationsbarrieren direkt am Einsatzleitplatz durch strukturierte Arbeitsplatzgestaltung (5S-Methode).
  1. Organisation
  • Einführung neuer Fahrzeugtypen (NTW / NKTW): Prozessanalyse bei der Einführung, Akzeptanz der Mitarbeitenden, Kommunikationswege mit der Leitstelle.
  • Ressourcenplanung bei kurzfristigen Personalausfällen: Prozessflussanalyse von Krankmeldungen bis Schichtübernahme.
  1. Qualität und Sicherheit
  • Einführung von Checklisten für Atemwegssicherung und Narkoseeinleitung inklusive Shadow Board: Standardisierung kritischer Abläufe zur Reduktion von Fehlerquellen.
  • Fehlerkultur und Kommunikation im Einsatz: Beobachtung von Teamverhalten, Human Factors und CRM in Zusammenarbeit mit Einsatzkräften anderer Einrichtungen / Rettungsdienste.
  1. Ausbildung und Lernen im System
  • Mentoring- und Patenprogramme für Auszubildende: Analyse von Pre- und Onboarding neuer Mitarbeitender im Rettungsdienst.
  • Field Observation in der Ausbildung: Prozessbeobachtung zur Verbesserung der Anleitungssituationen und Lernumgebung.
  1. Material, Ausstattung und Prozesse
  • Analyse der Fahrzeugausstattung: Fehlende Materialien, überfrachtete Schubladen und Schränke, unklare Beschriftungen und fehlende Standardisierung – auch über verschiedene Rettungsmittel hinweg.
  • Implementierung von Fahrzeugpatenschaften in Einsatzeinheiten: Fahrzeugpatenschaften im ehrenamtlichen Bereich, um Einsatzbereitschaft und Materialpflege langfristig durch klare Verantwortungen zu sichern.
  • Optimierung der Lagerlogistik: Neuorganisation der Lagerräume nach Entnahmehäufigkeit. Materialien, die häufig gemeinsam verwendet werden – wie Infusionen, Zugänge und Infusionsbestecke – werden räumlich zusammengeführt, um Wegezeiten zu verkürzen, Prozessabläufe zu beschleunigen und die Übersichtlichkeit zu erhöhen.